Zwischen Journalismus, PR und der eigenen Meinung

In Zeiten, in denen die Jobticker für (freie) Journalisten mehr PR-Angebote als journalistische Angebote enthalten, ist es manchmal eine Gratwanderung, gut zu arbeiten. Ich nehme auch Aufträge an, die etwas mit Öffentlichkeitsarbeit zu tun haben - das sehen Sie an den Projektbeispielen auf meiner Website. Ich überlege jedoch immer, ob diese Aufträge meine journalistische Arbeit beeinflussen könnten. Generell arbeite ich für einen Auftraggeber entweder nur journalistisch oder nur im PR-Bereich - eine Vermischung findet nicht statt. Das bedeutet zuweilen, dass ich in einer Region nicht journalistisch arbeiten kann oder, andersherum, PR-Projekte in einer Region ablehne. Nur so kann ich meine Glaubwürdigkeit bewahren - objektiv gesehen und vor mir selbst. 

Ich habe allerdings aufgehört, keine Meinung zu haben. Als ich anfing, journalistisch zu arbeiten, bin ich in keinen Verein außer meinen Sportverein eingetreten, ich habe nicht im PR-Bereich gearbeitet und - nach einer lehrreichen Begebenheit - keine Ehrenämter mehr übernommen. Mit der Zeit aber wuchs der Wunsch, sich zu bekennen. Ich möchte auch eine Meinung haben zu Dingen, die schief laufen auf der Welt, ich möchte helfen, diese Dinge zu verbessern.

Beeinflusst das meine journalistische Arbeit? Es beeinflusst die Entscheidung, über welche Themen ich schreiben möchte, aber es beeinflusst nicht das journalistische Handwerk.